on 27. Dezember 2008 by guest1 in Triathlon, Comments (0)

Faris Al-Sultan gewinnt Ironman in Hawaii

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Faris Al-Sultan gewinnt in Hawaii

Faris Al-Sultan triumphiert als neuer König von Kona
Kailua-Kona, Hawaii – Viele hatte er im vergangenen Jahr überrascht. Dieser unrasierte Münchner mit der bayerischen Fahne. Als Faris Al-Sultan 2004 die Ziellinie des Ironman Hawaii überquerte, war es das bis dato beste Rennen seiner Karriere und eines mit den besten Bedingungen auf der Radstrecke seit Geschichte des legendären Triathlons.

Am Samstag, 15. Oktober, 17:14 Uhr Ortszeit hat der 27-Jährige mit einem unglaublichen Erfolg nachgelegt. Er ist der Thronfolger Normann Stadlers, der triumphale Vorjahresgewinner, und Thomas Hellriegels, der 1997 als erster Deutscher auf Hawaii gewinnen konnte. 8:14:17 Stunden benötigte Faris Al-Sultan für den Ritt durch die Lava-Wüste – seit Luc van Lierde 1996 (8:04:08) war auf Hawaii kein Athlet mehr so schnell unterwegs.

Begünstigt durch vergleichsweise nicht spürbaren Wind auf dem Weg zum ersten Wendepunkt setzte Al-Sultan auf dem Rad eine erste Marke. Gewohnt gut aus dem Wasser gekommen, als Dritter in 49:54 Minuten hinter dem Japaner Hirokatsu Tayama (49:26) und dem Briten Simon Lessing, fuhr der Münchner auf dem Velo rasch an die Spitze. Im Vorjahr hatte es Al-Sultan es ebenso gehalten, er führte das Rennen lange an, bis Streckenhälfte, als Stadler mit Wucht an ihm vorbeirauschte. Dass Radfluchten mit Vehemenz zum Erfolg führen können, hat Stadler 2004 bewiesen, als er mit 20 Minuten bei widrigen Windbedingungen auf die schärfsten Widersacher in die zweite Wechselzone kam.

Bei seinem Nachfolger war es weit weniger Vorsprung, den er über den 180 Kilometer langen und wegen seiner üblichen Winde gefürchteten Kurs brachte. Nach 25 Meilen lag Al-Sultan zwei Minuten vor dem Dänen Tobjorn Sindballe, der sich mit dem neuen Radrekord von 4:21:57 Stunden aber offenbar völlig übernahm. Thomas Hellriegel indes dürfte sich etwas ärgern, dass seine 1996 erzielte 4:24:50 nun nicht mehr als unumstößlich gilt.

Hinter den beiden Führenden folgte die Kombination Chris Lieto/Simon Lessing und dann die erste große Gruppe mit allen Top-Läufern. Darin: Peter Reid, Tim deBoom, Cameron Brown, Tom Evans sowie die Deutschen Stephan Vuckovic und Uwe Widmann. Etwas zurück: Stadler und Roth-Triumphator Chris McCormack. Wenig später wurde die Meldung bekannt, dass Jürgen Zäck wieder einmal mit Hawaii im Unreinen ist: Ausstieg nach Renndauer 2:30 Stunden.

Pech auch für Normann Stadler: Erst ereilt ihn nach gut 50 Meilen ein Reifendefekt, der ihn rund sechs Minuten kostet, dann wird er nach fünf Stunden als “out of race” mit einem zweiten Defekt gemeldet. Der Titelverteidiger muss passen. Ebenso Tim DeBoom, der mit Magen-Darmproblemen schon auf dem rad viel Flüssigkeit verliert und völlig entkräftet bei Laufmeile 12 aussteigt und in die Arme seiner Frau Nicole und von Bruder Tony fällt.

Dagegen passt der Anzug für Faris Al-Sultan. Zwar überholt Sindballe ihn nahe der 100-Meilen-Marke, aber der Münchner hält den Kontakt eng, fährt nach 4:25:25 auf dem Rad als Zweiter in den Wechsel und läuft schnell am Dänen vorbei. Hinter Al-Sultan müht sich vor allem Peter Reid auf den letzten Meilen ab, um den Rückstand kurz zu halten. Der Kanadier sprengt die Verfolgergruppe auf dem Rad mit am Ende äußerst starken 4:27:52 und minimiert den Rückstand auf die Spitze. Zwischen dem Duo Al-Sultan und Sindballe sowie dem dreifachen Champion Reid liegt nur Lieto. Von hinten aber naht beim schnell Cameron Widoff, während vom bekanntermaßen extremen -As Brown noch nichts zu sehen ist.

Das Rennen indes entwickelt sich zu einem packenden Wettbewerb. Begünstigt durch die schwachen Windbedingungen haben sich die guten auf dem Rad nicht komplett verausgaben müssen, um einigermaßen Chancen auf den Titel zu haben. Bis auf Simon Lessing, denn der sitzt nach 6:30 Stunden am Straßenrand mit Trainer Dave Scott – vielleicht planen sie die Saison 2006.

Reid läuft auf Position zwei vor, doch der geringste Abstand auf Faris Al-Sultan beträgt noch immer fünf Minuten, und Al-Sultan hat auf dem Rad offenbar Kräfte gespart, so locker läuft er sein Tempo bis kurz vor Ende herunter. Doch nach dem Energy Lab kommen auch ihm die Zweifel: „Was nützt es mir, wenn ich weit genug vorne bin, wenn ich nicht mehr laufen kann“ umschreibt er die Lage seines geschundenen Körpers.
Fünf Meilen vor Schluss liegt Reid sechs Minuten zurück und muss vielmehr den heraneilenden Brown fürchten als hoffen, dass er den Sieg noch schafft. Die 8-Stunden-Marke ist kaum erreicht, da überholt Brown den so häufig vor ihm liegenden Kanadier, im Ziel genießt er in 8:19:36 Stunden Position zwei hinter dem souverän siegenden Faris Al-Sultan. Fünf Minuten hat der neue King of Kona schließlich Vorsprung, auf den Dritten Reid sind es ein paar Sekunden mehr, denn in 8:20:04 kommt der Mehrfach-Champion auf Tuchfühlung zu Brown ins Ziel.

Der Belgier Rutger Beke wird in 8:22:30 Vierter im vielleicht wichtigsten Rennen seiner Karriere, um Reputation zurückzugewinnen. Rang fünf nimmt schließlich Cameron Widoff ein, der sich beim Laufen einen Tanz mit Reid geliefert hatte und dabei wohl genau jene Körner verbrannt hat, die ihm im Endspurt gegen Beke am Ende in 8:23:01 wohl fehlten. Auf Position zehn beendet Stephan Vuckovic sein erstes Ironman-Jahr mit einer absoluten Gala-Vorstellung. In 8:29:35 Stunden liefert er ein herausragendes Ergebnis mit tollem Marathon.

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