on 28. November 2009 by laufsport in Laufmotivation, Kommentare deaktiviert

keine Lust zu laufen

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Erlebst Du es aber auch, gerade jetzt Ende November bei manchmal scheußlichem Wetter, dass Du so in den Tag hineintrainierst aber eigentlich gar keine Lust hast? Du weißt zwar, dass Du solltest, aber bis auf ein wenig vor Dich hin dauerlaufen bekommst Du tagelang, manchmal sogar wochenlang nichts “auf die Reihe”. Der Grund ist oft, weil Du einfach nicht weißt, warum Du Dich jetzt und bei diesen Wetterbedingungen so schinden solltest.

Ich erlebe es auch in meinem persönlichen Umfeld gelegentlich, dass vor allem diejenigen, die sich kein Ziel gesetzt haben, viel zu oft Ausreden erfinden oder in wirkungsarme Joggerei verfallen. Ziellos, und sich nicht bewusst sind, was sie mit dieser heutigen Einheit überhaupt erreichen wollen.

Wenn diese Leute damit zufrieden sind, ist absolut nichts dagegen einzuwenden!

Vielleicht bist Du jedoch bekennender -Teilnehmer, hast Dir aber für dieses Frühjahr nichts besonderes vorgenommen. Gefährlich! Denn stell Dir vor, die Umstände sind unbequem. Eigentlich hast Du gar keine Zeit und das Wetter ist echter “Mist”. Du pfeifst vielleicht auf das heutige Training. Nun fehlt Dir zwar nur ein Mosaikstein in einem Gesamtbild, aber wie geht es weiter mit Dir?

Wenn Dir jetzt aber bewusst ist, dass Du Dich mit jeder nicht sinnvoll durchgezogenen Laufeinheit von einem selbst gesteckten Ziel ein kleines Stückchen entfernst, bekommst Du das Hinterteil wahrscheinlich leichter hoch.

Vor 2 Jahren stieß zu meinem heimischen Lauftreff eine junge Frau, die froh war, wenn sie im Tempo von gut 7 min/km 30min lang mithalten konnte. In der Gruppe fühlte sie sich zwar von Beginn an wohl und kam fast jeden Samstag zur kleinen Runde. Oft aber konnte sie sich nicht motivieren, zusätzlich zu diesem einen Lauf in der Woche weitere Trainingseinheiten einzulegen. Sie läuft eben nicht gern allein. Sie konnte zwar mit 1-2 mal Laufen in der Woche von Null kommend ihre Leistung verbessern, irgendwann war aber damit Schluß.

Vor 3 Monaten jedoch geschah etwas für uns kaum Erklärbares. Nachdem wir sie einige Wochen nicht gesehen haben, war sie wieder beim Lauftreff und konnte sofort ein für ihre Verhältnisse hohes Tempo von 6 min/km relativ lange laufen. Darauf angesprochen sagte sie, sie hätte die Entscheidung getroffen, im Mai in Hannover den mitzulaufen und sich bereits angemeldet. Mit diesem Ziel vor Augen läuft sie nun 3 mal die Woche und macht zusätzlich 1 mal Aerobic. Kürzlich liefen wir abends zusammen durch die stockdunkle Feldmark. Wir hatten eisigen Wind und liefen weite Strecken durch recht tiefe Schneewehen und absolvierten dabei ein knackiges Fahrtspiel. Im letzten Winter undenkbar für sie. Ich fragte sie, “Machen die anderen Damen aus deinem Büro so was jetzt auch oder sitzen die zu Hause an der Heizung?” Sie schmunzelte nur zufrieden und freute sich, diesen harten Lauf durchzuziehen.

Du hast schon einiges geschafft im Läuferleben und bist eigentlich orientierungslos, kämpfst bestenfalls noch gegen den Leistungsabfall im Alter? Kein Problem. Probiere einfach mal was Neues! Wir können ja folgende Ziele für unsere haben:

“Wie schnell kann ich eine Distanz laufen?”
“Wie lange kann ich eigentlich laufen?”

Wenn Du jahrelang um die Laufzeit gekämpft hast, frage Dich doch mal Frage 2! Was würde sein, wenn Du den deutlich langsamer gelaufen wärst? Hättest Du nach 42,2 km Schluß machen müssen? Hättest Du 50 KM geschafft? Hättest Du dann aufhören müssen? Oder wäre es noch weiter gegangen?

1992 als 22-jähriger erlebte ich mehrmals nacheinander, wie ich im 100-km-Lauf scheiterte. Zu diesem Zeitpunkt war ich zwar recht flott im Marathon, hatte auch schon für mein damaliges Alter eine gewisse Erfahrung auf Ultrastrecken. Die damals oft angebotene Strecke auf 10x10Km Rundkursen ließ mich jedoch mental scheitern. Mehrmals!

Ich konnte mich nicht für einen weiteren Versuch motivieren. Es “brannte” nicht in mir beim Gedanken daran, obwohl ich nur einen einzigen Hunderter durchstand. Plötzlich schoß durch meinen Kopf: “. Ironmandistanz!” Das Feuer war wieder da. Zwar fast Nichtschwimmer zu diesem Zeitpunkt nahm ich wieder ernsthaftes Training auf. Kein Wetter zu schlecht, kein Zeitrahmen zu eng. Mit dem Ziel vor Augen wurden eben Wege gefunden und meine Frau hat sich auch nicht von mir getrennt.

Nach einigen schönen Jahren in dieser Sportart hatte ich meine dortigen Ziele mehrfach erreicht und freute mich darauf, wieder ausschließlich zu laufen. Selbstredend, dass wieder neue Herausforderungen gefunden wurden, die Hitzewallungen nur beim Gedanken daran auslösen.

Die Wichtigkeit für Dich, Dein persönliches “Warum” zu kennen, ist unermesslich. Dabei spielt es keine Rolle, welche Ziele dies sind. Wer keine Wettkämpfe laufen möchte, hat vielleicht gesundheitliche Ziele. Klar ist jedoch, daß nur der Trainingsfleiß Dich Deinem Ziel näher bringt.

Welche Trainingseinheit wirst Du noch heute laufen?

Greif Sport und Reisen GmbH

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