on 29. November 2008 by guest1 in marathon, Kommentare deaktiviert
warme Temperaturen beim Vienna City Marathon verhindern Spitzenzeiten, Marathondebütant Schami läuft allen davon, Gradwohl 2. bei den Frauen
warme Temperaturen beim Vienna City Marathon verhindern Spitzenzeiten, Marathondebütant Schami läuft allen davon, Gradwohl 2. bei den Frauen
Schami läuft allen davon
Der 25-jährige Mubbarak Schami aus Katar hat am Sonntag in 2:12:20 Stunden den 22. Vienna City Marathon (VCM) gewonnen und für eine Überraschung gesorgt.
Der gebürtige Kenianer absolvierte sein Marathon-Debüt und verwies seine höher eingeschätzten früheren Landsleute auf die Ehrenplätze.
Bei den Frauen setzte sich die kenianische Topfavoritin Florence Barsosio in 2:31:40 durch, die Steirerin Eva-Maria Gradwohl wurde in 2:39:44 Zweite. Susanne Pumper lief in 1:13:20 Stunden ÖLV-Halbmarathon-Rekord.
Hitze verhindert schnellere Zeiten
Der Wien-Rekord – aufgestellt 2004 in 2:08:35 vom Kenianer Samson Kandie – war am Sonntag schon vor dem Start nicht in Gefahr.
Prognostizierte und auch eingetroffene Temperaturen zwischen 17 und 25 Grad und streckenweise starker Wind setzten den 6.709 Marathon-Teilnehmern zu.
Von Beginn an hatten die Läufer aus Afrika das Geschehen beherrscht, nach 22 km hatte sich eine dreiköpfige Gruppe mit Schami, dem Äthiopier Degene Regassa Nigusse und dem Kenianer Matthew Cheboi abgesetzt, wenig später löste sich Shami von seinen Konkurrenten.
Von Kenia nach Katar
Der Wien-Sieger 2005 hatte mit dem Nationenwechsel vor acht Monaten auch seinen Namen von Richard Yatich in Mubbarak Shami geändert.
Er hat eine Halbmarathon-Bestzeit von 1:00:31 Stunden (2004 in Lissabon) zu Buche stehen und wurde erst vor zwei Wochen für Wien verpflichtet.
Der Sieger war überrascht und glücklich zugleich und das nicht nur über seinen 10.000-Euro-Siegerscheck: “Ich wollte 2:14 oder 2:15 laufen, an einen Sieg hätte ich nicht geglaubt. Es war heute nicht zu heiß für mich.”
Frühe Tempoverschärfung
Dem relativ frühen Angriff folgte ein leichter Einbruch, dennoch hatte Schami im Ziel auf den zweitplatzierten Favoriten Japhet Kosgei aus Kenia (2:15:15) fast drei Minuten Vorsprung.
“Mein Problem war die fehlende Erfahrung. Ich hätte sonst sicher 2:09 laufen können, wenn ich mir das anders eingeteilt hatte”, so der Sieger, der sich damit auch für die WM in Helsinki qualifizierte.
Nach 28 km sorgte er für eine Schrecksekunde, als er stoppte, um die verrutsche Lasche an seinem Schuh zu richten.
Buchleitner guter Achter
Michael Buchleitner schlug sich bei seinem Comeback und gleichzeitig endgültigen Abschied von der Marathon-Szene ausgezeichnet und kam als Achter nach 2:16:41 Stunden ins Ziel.
Der 35-jährige Niederösterreicher bezeichnete das Rennen danach als “definitiv letztes auf diesem Niveau.”
Gradwohl “sehr zufrieden”
Gradwohl verpasste zwar den im Vorjahr fixierten persönlichen Rekord von 2:38:04, war aber auf Grund der äußeren Umstände sehr zufrieden.
“Bis Kilometer 31 ist es von der Temperatur her gegangen, dann habe ich die Kilometerzeiten zurückgenommen. Ich war wie ein Brathendl durch. Aber ich bin es couragiert angelaufen, dachte mir, was ich hab, das hab ich, denn es wird noch heiß. Ich habe mich schon im Vorfeld auf die Bedingungen eingestellt.” Ihren nächsten Start hat sie Ende September in Berlin eingeplant.
Von “einem der härtesten Rennen” ihrer Karriere sprach auch Barsosio, die souverän die Erwartungen erfüllte.
Halbmarathon-Rekord für Pumper
Im Halbmarathon verbesserte Susanne Pumper den österreichischen Rekord von Gradwohl um fünf Sekunden auf 1:13:20 Stunden, blieb bei ihrem Siegeslauf aber zwanzig Sekunden über dem Limit für die Halbmarathon-WM in Edmonton.
Die Wienerin war nach ihrem Sieg dennoch zufrieden: “Ich bin die ersten fünf Kilometer zu schnell angegangen. Den Rekord habe ich mir erst auf dem letzten Kilometer geholt”, sagte die von der Bahn auf die Straße gewechselte Pumper.
Probleme mit engem Marathonfeld
Nicht wunschgemäß verlief jene Passage bei Kilometer zehn, als Marathon- und Halbmarathonläufer zusammenstießen. “Da ist es sehr eng geworden, ich musste viele überholen und habe Zeit verloren”, so Pumper.
Sie wird sich jetzt mit ihrem Trainer Helmut Stechemesser beraten, wo sie den nächsten Angriff auf das WM-Limit unternehmen wird.
Auch bei den Männern gab es durch Roman Weger in 1:08:40 Stunden einen rot-weiß-roten Erfolg im erstmals im Rahmen des VCM ausgetragenen Halbmarathon, der mit 5.130 Teilnehmern bei der Premiere gleich ein Hit war.
“Wettergott” als “Zeiten-Verderber”
“Der Wettergott hat uns wieder in die Ablauf-Dramaturgie gespuckt, das tut mit leid, aber wir müssen die sportliche Leistungen anerkennen und nicht nur Zeiten vergleichen”, lautete der erste Kommentar von Organisator Wolfgang Konrad zum VCM 2005.
Ergebnisdatenbank für den Vienna City Marathon (viele Abfragemöglichkeiten)
alle Ergebnisse des 22. Vienna City Marathons (Wien Marathon) am 22.5.2005
Tags: halbmarathon, lauf, Laufen, Läufer, marathon, susanne pumper, vienna city marathon
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