on 8. Juli 2010 by guest1 in Lauftechnik, Kommentare deaktiviert
Duathleten sind die besseren Läufer
Duathleten sind die besseren Läufer! Warum?
Was bringt Läufern das Training mit dem Rad?
In meiner Trainingspraxis erlebe ich es häufig, dass Triathleten oder Duathleten die besseren Läufer sind. Obwohl sie nur 3 Mal pro Woche laufen, im Gegensatz zu den Laufspezialisten, die 5 Laufeinheiten absolvieren, hängen viele Multisportler ihre Laufkollegen beim 10-Kilometer-Wettkampf ab. Wie kann es passieren, dass Läufer, die ein deutlich höheres Laufpensum haben als Multisportler, trotzdem langsamer sind?
Die meisten Läufer trainieren zu hart. Viele Freizeitläufer verbindet eine Vorliebe für schnelle, kurze Läufe und eine Abneigung gegenüber dem langsamen und langen Dauerlauf. Sie halten sich nicht an die bekannte Faustregel, die besagt, dass nur 5 bis 10 Prozent des Ausdauertrainings im anaeroben Bereich durchgeführt werden sollten. Viele Läufer laufen mehr als 20 bis 30 Prozent ihrer Trainingszeit im Sauerstoffmangel. Lange langsame Läufe sind verpönt, weil sie durch den fehlenden Trainingsreiz scheinbar nichts bringen. Falsch gedacht!
Diese Läufer missachten, dass gerade die langsamen Laufeinheiten sowohl die Grundlagenausdauer trainieren, als auch die Schnelligkeit fördern. Denn nur beim langen aeroben Training wird die Anzahl der Mitochondrien im Muskel vermehrt. Das sind Kraftzellen, die helfen Sauerstoff aufzunehmen. Demnach gilt, je mehr Mitochondrien vorhanden sind, um so mehr Sauerstoff kann der Körper aufnehmen. Und je mehr Sauerstoff er aufnehmen kann, um so besser kann er die körpereigenen Energiequellen Fette und Kohlenhydrate verarbeiten. Und je besser wir Läufer unsere Energiedepots verwerten können, um so schneller und ausdauernder sind wir. In einem Satz: Je länger wir langsam trainieren, um so schneller werden wir!
Was hat das Ganze aber mit den Duathleten zu tun? Duathleten laufen nicht nur, sie müssen auch viele Stunden auf dem Radsessel verbringen. An den Wochenenden machen viele Multisportler sowohl samstags als auch sonntags lange Radausfahrten. Dabei sind sie 2 bis 6 Stunden unterwegs. Diese langen Touren werden ausschließlich im aeroben Bereich trainiert, in dem Bereich, der – wie oben beschrieben – so wichtig auch für die Schnelligkeit ist.
Unseren Muskeln ist es dabei egal, wie sie an ihre Mitochondrien gekommen sind, durch Radfahrten oder durch lange Läufe. Hauptsache, es stehen, wenn nötig, zum Beispiel beim 10-Kilometer-Wettkampf, genug Kraftwerke zur Sauerstoffaufnahme zur Verfügung.
Eine vergleichende Rechnung hilft der Veranschaulichung. Wenn ein Läufer im Schnitt 5 Stunden Lauftraining pro Woche macht, und ein Duathlet im gleichen Zeitraum 3 Stunden, dann kommen beim Duathleten durch die Radeinheiten am Wochenende noch mindestens 5 Stunden Ausdauertraining hinzu. Wenn Läufer und Duathleten 20 Prozent ihres Lauftrainings im anaeroben Bereich laufen, so trainiert der Läufer demnach 80 Prozent seines Wochenumfanges im Sauerstoffüberschuss. Der Duathlet hingegen, kommt durch die Radeinheiten auf 92,5 Prozent aerobes Training. Damit erfüllt er die oben erwähnte Faustregel und trainiert am effektivsten. Kein Wunder also, warum viele Duathleten und Triathleten die besseren Läufer sind.
Tags:Ausdauer, Ausdauertraining, dauerlauf, duathleten, lauf, Laufen, Läufer, lauftraining, schneller werden, WettkampfVerwandte Artikel
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