on 25. November 2008 by guest1 in Laufnews, Kommentare deaktiviert
vom Theoretiker zum Spitzenläufer
Vom Theoretiker zum Spitzenläufer
Hobbysportler Heinrich Dahmen spendet Sponsorengelder für gute Zwecke
von PETRA SCHIFFER
Eigentlich war Heinrich Dahmen der klassische Bewegungsmuffel: Gelegentlich etwas schwimmen, damit war das sportliche Soll erfüllt. Auch im Vorstand des TV Germania-Manheim war er der „Theoretiker” unter seinen Vereinskollegen, aktiv betrieb er keine Sportart.
Beschwerden hatte der Bauingenieur keine, doch als ihm beim Treppensteigen “die Puste ausging” beschloss er vor rund zweieinhalb Jahren, es mit Joggen zu versuchen – ganz entspannt in seiner Freizeit. Vom ersten Tag an – es war der 1. Februar 2002 – hatte ihn das Lauffieber gepackt. Nach zwei Wochen lief Dahmen seinen ersten Wettkampf mit, nach zwei Monaten meldete er sich zum Köln-Marathon im Oktober 2002 an und meisterte die Distanz.
Heute sind Zwei- und Dreifach-Marathon-Läufe seine Spezialität. Beim 12-Stunden-Lauf in Brühl legte er im vergangenen Jahr 102 Kilometer zurück. In diesem Jahr will er diesen Rekord toppen. Beim 24-Stunden-Lauf im österreichischen Wörschach Mitte Juli will er mehr als 170 Kilometer schaffen.
„Es macht einfach Spaß”,
lautet Dahmens einfache Begründung für sein exzessives Training. Zur Vorbereitung auf die beiden Veranstaltungen in Brühl und Österreich lief/läuft er jeden 2. Tag rund 40 Kilometer. Beim Joggen könne er die Gedanken kreisen lassen. Dabei sei ihm die Idee gekommen, dass es eine Möglichkeit geben müsse, dass auch andere Menschen von seinem Hobby profitieren können.
Erstmals ließ er sich deshalb beim 12-Stunden-Lauf in Brühl sponsern. Er suchte Geldgeber, die seine Idee, jeden gelaufenen Kilometer oder nur die Kilometer würdigten, die über der 100-Kilometer-Grenze lagen. Zusammen kamen 2.450 Euro, die er an den Verein Tuberöse Sklerose (TS) Deutschland und die Deutsche Kinderkrebs-Nachsorge-Stiftung spendete. Zu beiden Hilfsorganisationen hat der Manheimer ein besonderes Verhältnis. Einer seiner Söhne ist leicht von der Krankheit TS betroffen, seine Schwester arbeitet in der Nachsorgeklinik. „Deshalb kann jeder sicher sein, dass sein Geld auch da ankommt, wo es hingehört”, sagt Dahmen.
Beim Rest der insgesamt fünfköpfigen Familie stößt das Hobby des 47-Jährigen übrigens nicht nur auf Verständnis. „Manchmal schütteln sie schon den Kopf oder beschweren sich, wenn ich zu viel Zeit mit dem Laufen verbringe”, sagt Dahmen. Stolz seien sie trotzdem auf den aktiven Vater und Ehemann. Auf einen besonderen Wunsch sind die Kinder bislang jedoch noch nicht eingegangen. Dahmen hat ihnen vorgeschlagen, sportlich gegen ihn anzutreten und zwar gemeinsam: Die Strecke, die sie zusammen als Vierer-Staffel zurücklegen, will er in der gleichen Zeit allein laufen.
Tags: Joggen, lauf, Laufen, Läufer, marathon, spendenlauf, Wettkampf
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